Am Rhone Radweg vom Genfer See ans Mittelmeer





Nachdem wir vor 2 Jahren die Loire von der Quelle bis zur Mündung bereist haben, geht es in diesem Jahr an die Rhone. Insgesamt werde ich die ca. 700 km mit dem Gravelbike fahren. Startpunkt ist Genf und das Ziel ist das Mittelmeer bei Port-Saint Louis-du-Rhone. Wir sind gespannt auf die vielen Eindrücke und Erlebnisse!

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Wanderung Talsperre Kriebstein

Jetzt hat es endlich geklappt, wir verbringen Ostern in der Nähe von Waldheim in Sachsen auf dem Campingplatz Kriebstein an der gleichnamigen Talsperre. Unser erster Versuch im Oktober 2022 ist leider wegen Corona gescheitert. Der Campingplatz liegt etwas oberhalb des Schiffsanlegers Kriebstein und ist für Wanderungen ein sehr guter Ausgangspunkt. Allerdings stammen die Sanitäreinrichtungen des Campingplatzes noch aus tiefsten DDR Zeiten. Also eine Zeitreise 35 Jahre zurück, ist aber alles sehr sauber. Eine Investition würde dem Platz aber sehr gut tun. Das Wetter ist sehr durchwachsen, so um die 6 Grad Celsius, zum Glück aber kein Regen! Gestern haben wir die Umgebung erkundet und die Burg Kriebstein besichtigt. Diese ist fast vollständig erhalten bzw. Sehr gut restauriert. Sehr interessant ist der Burgbrunnen. Heute waren wir 10 km Wandern entlang der Talsperre und an der Zschopau, einem Zufluss der Talsperre.

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Wanderung Neumühle – Waldmauspfad

Vom Bahnhof Neumühle – Waldmauspfad – Waltersdorf – Rüßdorf 10 km Wanderung

Startpunkt unserer Wanderung ist der Bahnhof Neumühle / Elster. Wir überqueren die Elster und haben einen schönen Blick auf das Stauwehr Neumühle. Dann folgen wir dem Waldmauspfad nach links und es geht bergauf zur Linahöhe.

Von der Linahöhe bietet sich wunderschöne Aussicht über das Elstertal. Auf dem Waldmauspfad gibt es jede Menge interessante Dinge über die Natur zu erfahren. Ideal für Kinder!

Blick von der Linahöhe

Weiter führt uns der Weg nach Waltersdorf und von dort geht es wieder Talwärts nach Rüßdorf.

Elsterbrücke Rüßdorf
Lehnatunnel

Nach dem Örtchen Lehnamühle geht es einen steilen Anstieg bergauf. Von Oben bietet sich nochmal ein sehr schner Blick in das Tal nach Lehnamühle mit den Ruinen des alten Hartpappenwerks. Beim Abstieg in Richtung Neumühle kommen wir noch an der Osterquelle und einer Gedenktafel für Wilhelm Pieck vorbei. Es gibt sehr viele schöne Rastplätze am Weg.

Rastplatz am Wanderweg

Es war eine sehr schöne Wanderung mit wundervollen Ausblicken über das Elstertal. Wir sind 3 Stunden gelaufen. An ein paar Stellen sollte man trittsicher sein. Unbedingt etwas für ein Picknick mitnehmen. Aktuell gibt es kein geöffnetes Gasthaus am Wanderweg.

Die Maus am Waldmauspfad
Von Waltersdorf nach Rüßdorf
Rast in Rüßdorf

Von Rüßdorf geht der Wanderweg in weiten Teilen entlang der Elster in Richtung Lehnamühle. Hier gab es bis in die 1992 ein Hartpappenwerk. Es bestand aus 2 Werken, welche mit einer Schmalspurbahn verbunden waren. Die Bahnlinie führte auch durch einen Tunnel. Diesen kann man noch besichtigen.

Wehranlage zwischen Rüßdorf und Lehnamühle
Osterkranz am Wanderweg
Gedenktafel Wilhelm Pieck
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Alpe Adria Trail – Slowenien – von Trenta nach Bovec

Am 28.07.2022 führte uns der der 2. Abschnitt von Trenta nach Bovec. Er verläuft fast immer entlang der Soca. Der gut ausgeschilderte und sichere Weg führt über viele Hängebrücken, die uns immer wieder einen wunderbaren Blick in das Tal der Soca bieten. Teilweise verläuft sie in einer sehr engen Klamm. Das Wasser schimmert smaragdgrün. Es gibt sehr schöne Stellen zum Rasten und Baden. In Bovec entdecken wir noch einen sehr schönen Campingplatz direkt an der Soca. Hier werden wir nach der Wanderung noch 2 Tage mit dem Camper stehen.

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Alpe Adria Trail – Slowenien

Teil 1 – Etappe von Kranjska Gora nach Trento

Ende Juli wanderten wir in 5 Etappen den Alpe Adria Trail von Kranjska Gora bis an die slowenisch – italienische Grenze, Die Route durch Slowenien soll einer der schönsten Abschnitte des gesamten Alpe Adria Trails sein. Uns hat die wunderschöne Landschaft sehr beeindruckt. Der Trail war sehr gut ausgeschildert und es verlief entsprechend unserer Planung. Übernachtung und Gepäcktransport hatten wir über einen Anbieter gebucht. Alles war sehr gut organisiert und funktionierte prima!

Hier ein paar Impressionen der 1. Etappe von Kranjska Gora nach Trenta. Für weitere Infos und GPS Download ist hier der Link zum Tourenportal Kärnten.

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Nordkap – Gera – Teil 4

13. Juli 2015 in Glowe auf Rügen, Erholung mit Hannah und Anke


Glowe auf Rügen – Erholung am Strand mit Anke und Hannah! Ich habe es geschafft 3 Stunden vor ihrer Ankunft im Bel-Air Strandhotel da zu sein. Das war eine echt gelungene Überraschung als ich sie begrüßen konnte. Die Freude war riesengroß als ich meine Lieben wieder in den Armen halten konnte!


Noch ein paar Worte zu Fahrrad und Ausrüstung: Es gab in Skandinavien zum Glück keine Panne! Bis auf eine quietschende Kette, hier hat etwas Öl schnell geholfen, gab es nichts zu bemängeln. Die Bius 1 Pedale: Ich hatte die ganze Zeit keine Knieprobleme, allerdings sind die Pedale bei nassem Wetter manchmal schon recht gefährlich. Es fehlt ein fester Halt der Schuhe auf den Pedalen, gerade beim Schalten am Berg bin ich immer wieder vom Pedal abgerutscht. Eine Ergänzung mit Klick -Verbindung zum Radschuh wäre optimal. Zelt, Kocher, Schlafsack usw., war alles optimal. Habe Nachts nie gefroren. Mit der Kleidung bin ich nicht so ganz zufrieden. Das Problem ist einfach das Schwitzen und das die Feuchtigkeit nicht schnell genug nach außen gelangt. Auch bei Dauerregen war der Poncho und Regenpant eigentlich überflüssig, irgendwann ist einfach alles Nass. Extrem wichtig finde ich das Gewicht der Ausrüstung und der Klamotten. Die Sachen müssen vor allem sehr schnell trocknen! Die Stromversorgung für Handy, GPS usw. habe ich überwiegend durch die Powerbank realisiert und diese wenn irgendwo möglich immer geladen. Solarpanel hatte ich 2 Tage im Einsatz und ist für diese Region doch nicht so geeignet. Die Ladezeit der Powerbank über das Panel ist einfach zu lang. Die Stromversorgung via USB Anschluss am Nabendynamo hat nach 2 Regentagen den Geist aufgegeben und war nur noch für die Beleuchtung zu gebrauchen, schade! Alles in allem war ich aber sehr zufrieden, habe natürlich an Klamotten etwas zu viel mitgenommen.

Gesamtzahl der gefahrenen Kilometer (Skandinavien)2704 km
Niedrigste Temperatur3 Grad Celsius (Norkap)
Kältester Tag6,7 Grad Celsius (Nordkap)
Kalorienverbrauch77730 Kilokalorien
Längste Tagesetappe163 km
Niedrigste Durchnittsgeschwindigkeit13,5 km/h
Höchste Durchschnittsgeschwindigkeit18,5 km/h
Höchster Anstieg pro Tag1286 Höhenmeter
Höhenmeter gesamt17243 m
Etwas Statistik

17. Juli 2015 Ankunft in Gera – Hurra ich habe es geschafft!


Wieder zu Hause! Am 17.07. gegen 18:00 Uhr war es soweit, ich bin in Trebnitz angekommen. Nach 4 1/2 Wochen, ohne Pannen und bei guter Gesundheit. Am Dienstag Vormittag in Glowe gestartet, ging es über Greifswald, Anklam, Friedland, Naturpark Feldberg, Velten, Spandau, Potsdam, Beelitz, Schlaitz am Muldestausee, Leipzig und Zeitz nach Gera.In der Nähe von Friedland hatte ich nochmal wild gezeltet. Die zweite Nacht wollte ich in Leegebruch in einem Hotel verbringen, dies hatte aber leider geschlossen. Der Besitzer hat den Betrieb aufgegeben, sehr schade, ich hatte gute Erinnerungen an Service und Essen. Hier waren Jonas, Felix und ich auf unserer Tour nach Rügen vor 4 Jahren abgestiegen. Also weiter ins 5 km entfernte Velten, hier sollte ich mehr Glück haben. Sehr schön war auch die Radfahrt durch die Leipziger Auenlandschaft. Die letzten Meter sollten allerdings nochmal eine ordentliche Herausforderung werden. Ständiger Gegenwind und über 30 Grad Hitze machen es mir nicht leicht.In Trebnitz werde ich von vielen Nachbarn herzlich empfangen, die Einfahrt ist geschmückt und es wartet ein “ Kühles Blondes“ auf mich. Ja, da bin ich nun, mag es noch gar nicht so richtig fassen dass ich es geschafft habe! Es ist ein tolles Gefühl.Hier noch ein paar Bilder von der Reise durch Deutschland.Vielen Dank an alle die mich angefeuert und unterstützt haben. Ich hoffe es waren ein paar schöne und interessante Details in meinen Berichten für euch dabei.Das Schreiben mit dem iPad hatte manchmal so seine Tücken. ( Cursor springt im Text irgendwohin, um nur mal ein Beispiel zu nennen)Es war ein fantastisches Abenteuer. Schon die Anreise mit  Flieger und Fahrrad war ja sehr spannend. Die vielen schönen Bilder die ich gesehen habe, die Fahrt durch verschiedene Vegetationszonen, die Menschen unterwegs usw. Jetzt werde ich alles erstmal sacken lassen und mich wieder an das Schlafen im gemütlichen Bett gewöhnen! Den Kühlschrank aufmachen und einfach etwas herausnehmen, prima!Übrigens, es ist noch keine neue Tour geplant! Herzliche Grüße,John-Henry!

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Mit dem Fahrrad vom Nordkap nach Gera – Teil 3

5.07.2015 Bergby – Fjärdhundra

Nach einem kräftigen und gemütlichen Frühstück geht es weiter Richtung Süden. Die Stadt Gävle wird im Sauseschritt durchradelt, hier und da ein paar Fotos und weiter geht’s.
Ich bewege mich wieder abseits der Hauptstraßen, hier sind die kleinen typischen dunkelroten Häuschen mit den Grundstücken oft besonders hübsch und kreativ gestaltet.
Die Temperaturen sind angenehm, nicht so heiß wie an den letzten beiden Tagen.
In Heby angekommen werden im Supermarkt die Essenvorräte aufgefüllt und ich gönne mir wieder einmal 3 von diesen schmackhaften Plunderdingern mit ordentlich Pudding in der Mitte. Von hier aus geht es die Straße 254 weiter nach Süden. Immer wieder fallen mir die vielen Amischlitten auf. Fette Pickup’s oder Oldtimer aus den 50ern und 60ern. Ich komme an eine Raststätte an der zwei solche Wagen parken. Ich halte an und frage ob ich die Wagen fotografieren darf. Oh, mir wird sofort alles über die Autos erzählt, Hubraum, Baujahr usw. Ja, die Schweden lieben Amerika, die Autos und die Lebensart.
Am Abend ist ein Platz für Wohnwagen und ein Schwimmbad ausgeschildert. Ich schaue mich nach einer Möglichkeit zum Übernachten um. Das Schwimmbad ich geschlossen ( hat dieselbe Beschilderung wie ein Seebad). Camping gibt es hier auch nicht. Ich finde nur 50 Meter weiter einen herrlichen Sportplatz mit einem frisch gemähten Rasen und baue hier mein Zelt auf.
Ein schöner und erfolgreicher Tag mit 154 Km, die 2000 km – Marke geschafft und nur moderate 484 Meter Anstieg.

6. Juli 2015 Fjärdhundra – Hjälmare Sund

Fjärdhundra – Hjälmare Sund/ Camping Uddens
Ich wache auf und der Himmel sieht ganz anders aus als am Abend. Dicke Wolken hängen da oben und der Wind kommt ziemlich stark aus Südwest. Ich schaffe es noch mein Zelt im Trockenen abzubauen und sicher zu verstauen. Setze mich auf’s Rad und schon fängt der Regen an. Ich fahre bei strömenden Regen südwestlich nach Västerås. An der ersten Tanke wird ein zweites Frühstück genommen und ich versuche mich etwas zu trocknen. Zwecklos. Ich komme gut und schnell durch die Stadt und finde auch sofort die richtige Straße wo’s wieder hinausgeht. Der Regen wird noch stärker. Trotz Poncho und Regenpants bin ich total durchgeweicht. Die Hände fühlen sich an, als hätte ich sie tagelang in Spülwasser getaucht. Nur nicht kalt werden, also immer schön in Fahrt bleiben und bewegen. Gegen 14:00 Uhr lässt der Regen erstmals nach und ich fahre wieder mal auf einer Schotterpiste über die Lande. So macht das Radeln Spaß! Hinter jeder Kurve bietet sich eine neue, schöne Ansicht der Natur. Ich mache an einer Kirchenruine halt, um diese zu fotografieren. Steige vom Rad und gehe in die Ruine hinein. Sieht alles sehr interessant aus. Und flutsch, da setzt es mich voll auf den Hintern, bin auf einem nassen Stein ausgerutscht. Ja, so ist das, kein Sturz mit dem Rad, aber sowas! Zum Gück ist mir nichts passiert. Der Wind wird immer stärker, habe eben die 100 km Marke erreicht und bin kurz vor dem Hjälmåre Sund , Der Hjälmåre ist ein größerer See, die Straße führt hier über zwei Brücken und eine Insel an das andere Ufer. Der Seitenwind ist so stark geworden, dass es mich fast auf die Mitte der Fahrbahn drängt. Nur mit Mühe kann ich den verflixten Drahtesel in der Spur halten. Es gibt nur noch eine Entscheidung die sinnvoll ist, Abbruch und ein sicheres Quartier suchen. Vor mir liegt ein Campingplatz, bin schon   fast daran vorbeigeradelt, wende und fahre die paar Meter zurück. Ich frage nach einer Stuga, denn im Zelt will ich heute nicht schlafen. Muss ja außerdem die Klamotten irgendwie trocknen.Mein Ziel von 130 km habe ich zwar nicht ganz geschafft, aber Hauptsache im Trockenen und in einer sicheren Unterkunft, bei Thüringer Kräutertee und Honig, lecker!

7. Juli 2015 der Wind bestimmt die Richtung


Uddens Camping – Linköping. Die am Vorabend angemietete Stuga war das Schlechteste was ich bis jetzt erlebt habe. Überhaupt war der Campingplatz ganz schön heruntergekommen. Ich wache gegen 6:00 Uhr auf, stelle fest es Stürmt draußen immer noch und habe auch irgendwie gar keine Lust mich bei dem Wetter auf mein Rad zu schwingen. Ich nehme die Karte zur Hand und schaue nach einer günstigeren Route. Ich werde nach Norrköping fahren, fast immer Richtung Süden, statt Südwesten. Und so geht es dann doch gegen 9:30 Uhr los. Ca. 10 km vor Norrköping beginnt ein sehr schöner Radweg entlang eines Sees. Überall am Ufer sind schöne Badestege, Anlegestellen für Boote und Feuerstellen angelegt. Perfekt! Die Stadt Norrköping selbst hat nicht viel Sehenswertes, wobei ich den eigentlichen Stadtkern nicht erreiche. Die Fahrt geht weiter nach Linköping. Das sind nochmal ca. 40 km. Die Strecke führt auf der E4S fast immer neben der E4 lang und ist auch als Fernradweg ausgeschildert. Nach 132 km komme ich in Linköping an. Der Zeltplatz wird erreicht, fast geschafft! …
Da war noch was! In irgendeiner Zeitung hatte ich vor ein paar Wochen einen Bericht über Schwedens Radwege und in diesem Zusammenhang die Schaltung der Ampelkreuzungen gelesen. An der Ampelkreuzung werden herannahende Radfahrer erkannt und die Ampel schaltet sofort auf Grün, grüne Welle für Radfahrer sozusagen. Das habe ich heute Abend in Linköping selbst erlebt und bin begeistert!

8. Juli 2015 Linköping – Aneby


Wieder ein Regentag. Die Temperaturen sind noch recht angenehm um die 22 Grad. Der Zeltplatz in Linköping war sehr ruhig und gut ausgestattet. Ein genauer Platz wurde mit zugewiesen, sogar Stromanschluss hatte ich. Allerdings muß ich mir, um den zu nutzen, einen Adapter vom Campingstecker auf Schuko-Stecker kaufen! Mieten geht nicht. Sind eben auch sehr geschäftstüchtig die Schweden.  Meine Beine wollen an diesem Morgen nicht so richtig in Schwung kommen. Ich brauche eine Ewigkeit um meinen Rythmus zu finden. Hinzu kommen immer wieder kräftige Regenschauer. Trotz Poncho und all dem Zeugs, was gegen Nässe schützen soll, bin ich immer wieder komplett durchnässt. Von Linköping fahre ich westwärts und erreiche schnell Mantorp und Mjölby. Von hier geht es nach Süden auf der 32. Aufgrund der Nässe entschließe ich mich bei Aneby den Zeltplatz aufzusuchen. Als ich dort ankomme bin ich schon etwas verwundert. Ein Parkplatz mit Einweisern, Busse und viele Menschen. Ich suche die Rezeption, was hier gar nicht so einfach ist. Ich erfahre das hier eine sogenannte “ Christian Conference“ von Smaland stattfindet. Es treffen sich junge und alte Christen, um eine Woche gemeinsam miteinander zu verbringen. Neben den Gottesdiensten wird sehr viel für die Jugend angeboten.Eine Frau mit einem Säugling auf dem Arm nimmt sich meiner an, telefoniert nach dem Verantwortlichen für den Zeltplatz. Dieser erscheint auch bald. Die Frau verabschiedet sich mit einem “ Gott schütze dich“ und wünscht mir eine schöne Zeit. Ulf, der den Zelplatz managt zeigt mir einen Platz. Ich baue mein Zelt auf und werde am Abend von meinen Nachbarn auf Tee und Knäcke und Kekse eingeladen. Wir unterhalten uns so gut es eben geht über Familie usw. und ich stelle viele Fragen über das Leben in Schweden. Gegen 23:00 verabschiede ich mich, bedanke mich für die Einladung und krieche in mein Zelt. Es dauert nicht lange und es regnet wie aus Gieskannen! Auch für morgen zeigt die Vorhersage keine Besserung an.

9. Juli 2015 von Aneby nach Sävsjö


Regen, Regen und nochmal Regen! Von Aneby nach Sävsjö, 70 km
Die Wolkendecke reist nicht auf. Es gibt nichts unangenehmeres als früh am Morgen in klamme und kalte Sachen zu schlüpfen, auch nasse Schuhe. Die Freude ist dann groß, wenn alles durch die Körperwärme, nach 10 km Radeln etwas angenehmer wird. Im Regen wird das Zelt eingepackt und los geht es. Bis nach Trelleborg sind es noch etwa 370 km. Irgendwie habe ich das Gefühl es sind momentan die schwersten Kilometer. Jeder kleine Anstieg wird im kleinsten Gang gekurbelt. Ich habe das Gefühl der Akku ist einfach leer. Trotzdem gebe ich immer wieder Gas, nach dem Berg geht es auch irgendwann wieder runter! Ich fahre heute viel über kleinere Nebenstraßen und sehe wieder schön herausgeputzte Dörfer.Ich fahre über Grimstorp, Bodafors bis nach Sävsjö. Der Regen ist immer stärker geworden, die Füße kalt und nass. Es macht einfach zur Zeit keine Freude so zu Radeln. Nach 70 km im Dauerregen miete ich mir eine Stuga und schmeiße erstmal meine Klamotten in der Trockner. Auch das Zelt muss trocken werden.Jetzt gönne ich mir mal eine Pause und plane die Strecke für morgen. Das Wetter soll auch besser werden, hoffentlich stimmt die Vorhersage.Wenn ich jetzt so an die ersten Tage oben im Norden zurückdenke, so habe ich doch richtig Glück gehabt mit dem Wetter im hohen Norden!

Von Sävsjö zur Ostsee – ein riesengroßer Abenteuerspielplatz

An der Ostsee in Südschweden angekommen


10.-12.07.2015 320 km im Sauseschritt durch das Land von Nils Holgerson, Krümel und Pippi Langstrumpf. Sävsjö – Osby und Osby – Trelleborg. Am 10.7. sind die Bedingungen wirklich ideal, Wind aus Nord West, zwar ist der Himmel bewölkt und ab und an gibt es etwas Nieselregen, das ist aber okay. Mein Ziel ist es am Sonntag die Fähre nach Saßnitz zu erreichen, bzw. Samstag Abend in Trelleborg anzukommen. Die Fahrt geht wieder einmal über wenig befahrene Nebenstraßen, teilweise über den Sverigeleden durch die Abwechslungsreiche und schöne Landschaft. Ein zweites Frühtück gibt es in einem American Diner, da kann ich nicht dran vorbei. Kaffee, Kuchen, Coca Cola und schon geht es weiter. Am späten Nachmittag erreiche ich Almhult und suche dort den Beginn einer kleinen Nebenstrecke. Nachdem ich zunächst nach 4 km in einer Sackgasse lande, kehre ich um und finde den richtigen Weg. Eine schöne ruhige Strecke bis nach Osby. Dort fahre ich zum Campingplatz und stehe 21:00 Uhr vor verschlossener Rezeption. Eine Telefonnummer an der Tür, ich rufe an und schaffe es mit meinen wenigen thüringischen Englischkenntnissen die Lage zu klären. Die nette Dame am Telefon gibt mir den Code für den Schlüsselkasten durch und fragt ob denn noch Schlüssel drin sind. Ja, zum Glück war eine Stuga noch zu haben. Dann frage ich nach Dusche, Küche , Wifi. Für die Dusche brauch ich ein 5 Kronen Stück, habe ich nicht. Meint sie doch glatt ich solle dann eben früh duschen. Aber auch so ein wichtiges 5 Kronen Geldstück kann ich mir noch besorgen.Der Abend ist gerettet. Übrigens habe ich in der ganzen Zeit weder Radio gehört, noch Fernsehen geschaut und Nichts davon vermisst.Am 11.07. dann der Endspurt nach Trelleborg. Knapp 160 km sollen es am Abend sein. Dies wird mit Abstand noch einmal eine der schönsten Etappen. Durch die Welt von Nils Holgerson. Hügelige Landschaft mit wunderschönen Gehöften und Häusern, hübsch angelegt. Ein riesengroßer Abenteuerspielplatz und ich mittendrin! Noch einmal investiere ich viel Zeit in das Fotografieren. Etwa alle 500 Meter zeigen sich neue, schöne Motive.In Veber schaue ich nach dem Weg und ein Autofahrer hält an. Wir schauen gemeinsam auf die Karte und er empfiehlt mir doch lieber direkt nach Süden zu fahren und dann die Küstenstrasse nach Trelleborg. Die wäre super zu fahren, wenig Traffic und tolle Aussicht. Also mache ich das so, und siehe da, bin wieder auf dem Sverigeleden Radweg. Auch die Aussicht auf die Ostsee genieße ich sehr und der Moment, als sie am Horizont auftaucht ist einfach unbeschreiblich. Es ist soweit, ich habe Skandinavien von Nord nach Süd durchradelt! Kann es selbst kaum glauben. Am Strand ist ein Imbiss und ich bestelle ordentlich was zu Essen. Doppelte Portionen. Jetzt noch 25 km bis zum Camping Trelleborg.Dort angekommen baue ich schnell das Zelt auf, dusche mich und werde noch von zwei Schwedinnen, meine Zeltnachbarinnen, zum Essen eingeladen. Sie besuchen dort ein Reittournier.Am Abend checke ich nochmal die Fahrzeiten der Fähre. Gut so, denn die fährt eine Stunde früher als ich es in Erinnerung hatte. Heute morgen um 5:15 aufgestanden, Sachen zusammengepackt und noch 6 km bis zum Fährhafen strampeln.Ticket am Automaten gelöst ( war das kompliziert!) und rauf auf die Fähre. Ich sehr doch wirklich Typen die mit Sackkareen an Bord gehen um dort Alkohol zu kaufen. Die fahren dann am Abend wieder zurück, kein Zoll. Ich treffe ein junges Pärchen aus Greifswald, beide waren mit dem Rad in Südschweden unterwegs und wir erzählen von unseren Erlebnissen. Hier auf der Fähre habe ich das erste Mal Zeit, die ganze Reise noch einmal in Gedanken zu reflektieren und darüber nachzudenken was ich alles so erlebt habe.Bis jetzt war es eine fantastische Zeit. Die Ruhe, allein im Zelt am See den Sonnenuntergang genießen und die vielen schönen Bilder! Jetzt erhole ich mich 1 1/2 Tage auf Rügen gemeinsam mit Anke und Hannah und trete dann die Heimreise an.Danke an alle da draußen, die mich auf Facebook oder anderswo angefeuert und unterstützt haben!!

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Mit dem Fahrrad vom Nordkap nach Gera-Teil 2

28. Juni 2015 von Boden nach Glommersträsk


Ich stehe zeitig auf, 6:00 Uhr. Die Sachen werden neu in die Taschen sortiert. Die Warmen Sachen ganz nach unten, die kurzen nach oben. Bei Jimmy wird der Checkout gemacht und er erklärt mir sehr präzise den Weg auf die Landstraße 356 aus Boden heraus. Dieser führt vorbei an einer Military Area und ich kann beobachten wie die Soldaten gerade auf der Sturmbahn Frühsport machen. Erinnerungen an meine Armeezeit bei der NVA kommen auf. Weiter geht die Fahrt Richtung Älvsbin. Die Sonne scheint schön warm und ich fahre das erste Mal im kurzen Shirt, macht richtig Spaß und die Strecke lässt sich gut fahren. Dann nehme ich eine Abkürzung durch einen Naturpark in Richtung Süden. Dieser befindet sich an der Grenze zwischen Lappland und Vasterbodden. Die Straße ist nur geschottert und insgesamt sind 3 Berge zu erklimmen. Durchbeißen! Das Ziel ist Glommersträsk und ist noch 65 km entfernt. Zeitweise sind die Anstiege so steil, dass ich schieben muss. Ich komme an den schönen Ort Gräträsk an einem See. Dort grüßt mich eine Frau und wir kommen ins Gespräch, sie heißt Anke, kommt aus Lulea, spricht sehr gut deutsch und hat sich dieses Landhaus vor 5 Jahren gekauft. Ich bitte sie noch mir meine Wasservorräte aufzufüllen, was sie gern macht. An einer Feuerstelle lodert schon ein kleines Lagerfeuer, lädt sehr zum verweilen ein. Ich entscheide mich aber weiterzufahren, Tagesziel ist noch nicht erreicht, es fehlen noch 32 km. Kurz vor dem Ziel in Glommersträsk finde ich einen guten Platz zum Zelten. Ich koche mir noch frischen Tee und Kaffee, etwas Essen und ab geht’s ins Zelt. Heute Morgen habe ich die 1000 km erreicht.

29. Juni 2015 Glommersträsk – Lycksele


Letzte Nacht wild gezeltet, am Abend den Kocher angeworfen und noch was Warmes zubereitet, kein 5 Gänge Menü, aber immerhin selbst zubereitet.
Mein Ziel ist heute Lycksele denn dort gibt es einen Campingplatz und ich kann wieder mal heiß duschen. Die Fahrt ist sehr eintönig, nur wenige interssante Bilder, die es sich lohnt auch mit der Kamera festzuhalten. Straße und Wald bis zum Horizont und hinter der nächsten Kurve dasselbe Bild. Riesengroße Holztransporter fahren ab und zu an mir vorbei und es duftet dann immer wunderbar nach frischem Nadelholz. Die Anzahl der Steigungen hat zum Glück auch nachgelassen, es sind eher langgezogene flache Steigungen. Gegen Mittag mache ich an einer Tanke halt. Das Tagesziel ist gegen 18:00 Uhr schon erreicht. Zeltaufbau, Wifi Zugang besorgen, Essen, Duschen, Schreiben, Schlafen.

30. Juni 2015 Lycksele -Junsele


Der Campingplatz in Lycksele ist schon was Feines! Golfplatz nebenan, der Stellplatz für das Zelt kostet 200 Kronen, das Doppelte als sonst üblich. Dafür kann ich noch gemütlich Frühstücken (kostet extra, aber es gibt wenigstens etwas) und frisch gestärkt geht es wieder auf die Straße. Es wird eine lange Etappe, ca. 150 km. Am Morgen gleich Berg -und Talfahrten die ziemlich an die Substanz gehen. Die Ansicht der Landschaft ist ebenfalls, bis auf wenige Ausnahmen, nicht sehr Sehenswert bzw. eben nur eintönig. Am frühen Nachmittag mache ich Pause in einem Cafe in Åsele. Immer noch 60 km vor mir. Dafür wird die Fahrt am Abend umso schöner. Durch ausgedehnte Seenlandschaften, in ein herrliches Licht der untergehenden Sonne getaucht, bieten sich atemberaubende Ausblicke auf die Natur. So kann ich noch einige gute Fotos machen.
Ach ja, hätte ich fast vergessen, kurz hinter Åsele begegne ich Johanna aus Dänemark. Eine Dame, vielleicht Anfang 60. Sie ist in ihrem Heimatland losgeradelt und will zum Nordkap. Sie ist mit einem stinknormalen Damenrad unterwegs, am Lenker ein Körbchen, gefüllt mit Utensilien und auf dem Gepäckträger zwei Taschen und eine Wolldecke! Ich kann es kaum glauben, dass sie so zum Nordkap will. Als sie mir aber erzählt wo sie überall schon war, Respekt, und nächstes Jahr hat sie sich Island vorgenommen.
Gegen 21:00 Uhr komme ich in Junsele an. Das übliche Procedere beginnt. Zeltaufbau, Waschen, usw.
Leider funktioniert der Schlüssel zum Wifi nicht, habe aber auch echt keine Lust mehr noch etwas zu schreiben.

1. Juli 2015 Junsele – Fansjöbacken

Junsele -Fansjöbacken 110 km
Heute Morgen werde ich von warmen Sonnenstrahlen geweckt, fantastisch. Also alles schnell zusammengepackt und rauf auf das Fahrrad. Im Coop die nötigsten Dinge eingekauft und weiter geht es nach Südwesten. Doch bald merke ich, ich komme nicht so richtig in Gang, habe es gestern wohl doch etwas übertrieben. Zudem stelle ich fest, dass die juckenden Stellen am Bein keine Mückenstiche sind, sondern aussehen wie die von Bremsen. Oje, hier reagiere ich oft allergisch. Es gab schon solche Fälle, da lag ich 2 Tage mit 40 Fieber im Bett. Naja, mal sehen was passiert.
Es ist heute so warm, dass ich lange Zeit nur mit T-Shirt radeln kann. Die Landschaft hat momentan viel Ähnlichkeit mit dem Mittelgebirge. In Sollefteå mache ich Rast und weiter geht es auf der doch schon stark befahrenen Straße 87 Richtung Süden. Ein Zeltplatz ist erst in ca. 50 km wieder auf der Karte eingezeichnet, also werde ich von der Hauptstraße runter in ein kleines Dorf fahren. Fansjöbacken, keine Ahnung was das bedeutet, überhaupt sind viele Ortsnamen hier fast unaussprechbar.
Und das gute an Fansjöbacken, es liegt an einem schönen See, total still nur das Wasser plätschert am Ufer!
Die 1500 km Marke wurde heute geknackt!

2. Juli 2015 Radeln bei 37 Grad

Fansjöbacken – Stöde Camping
Es sollte heute der Tag mit den bisher höchsten Temperaturen werden. Um 13:30 hat der Radcomputer 34 Grad angezeigt. Ach ja, ich habe heute das erste Mal verschlafen, bin doch erst 7:30 wach geworden. Doch der Sonnenschein lässt mich meine Sachen umso schneller zusammenpacken und ab auf die Straße. Lange Zeit entlang etwas oberhalb eines Flusslaufes. Die Berge werden immer höher und es sieht fantastisch aus. Dann quere ich den Fluss, komme an einer alten Kirche mit einem daneben stehenden Glockenturm aus Holz. Ich habe es geahnt, jetzt geht es steil bergauf. Das nicht genug, erwarten mich die nächstan 20 km staubige Schotterpiste. Meine Haut ist bedeckt mit einem Gemisch aus Sonnencreme, Antimückenzeugs und Staub. Ab und an kommte ein Auto vorbei und hüllt mich für einen Moment komplett in Dreck ein. Hinzu kommt heute auch noch Gegenwind. Was mache ich hier eigentlich?
In der Hoffnung die Nächsten km gut zu überstehen bleibt mit nichts übrig als weiter kräftig zu kurbeln, …und irgendwann geht es den Berg auch wieder hinunter. Nach diesem Höllenritt geht es weiter Richtung Süden, entlang der Seen Holmsjön und Leringen. Hier wurde die Uferstraße komplett erneuert und läßt sich hervorragend radeln. Es gibt hier sehr schön angelegte Badestrände und ich kühle mich kurz ab. Was für eine Wohltat!
Weiter geht es in Richtung E14. Bevor diese gebaut wurde, gab es eine Landstraße nach Sundsvall, diese ist jetzt als Radstraße ausgewiesen. Übrigens fahre ich fast nur auf dieser Radstraße. In Torpshammer angekommen habe ich nun zwei Möglichkeiten, entweder ca. 2 km zum Campinplatz in die falsche Richtung, oder aber noch 15 km bis zum Camping – dafür in die richtige Richtung. Ich nehme die 15 km. Unterwege mache ich noch an einem Amerikanischen Truck Stop halt und bestelle mir eine Riesenpizza und 2 Cola.
Um 20:30 Uhr bin ich in Stöde Camping angekommen und morgen geht es weiter nach Matfors und dann nach Hundiksvall.
Die komischen Insektenstiche sind zwar schmerzhaft, sonst ist aber nichts weiter.

3. Juli 2015 Stöde – Hudiksval

Stöde Camping – Hög, in der Nähe von Hudiksval
Der Campingplatz in Stöde ist klein, aber dafür sehr schön. Ich hatte Nachbarn aus Schweden und bat sie mir meinen Powerbank Akku zu laden. Deren Enkelsohn Emil, 4 Jahre alt hatte mir ganz interessiert beim Zeltaufbau zugesehen. Die Route führt heute erst nach Matfors etwas östlich gelegen und von dort Richtung Süden nach Hudiksval. In Matfors wird im Supermarkt noch Proviant einkekauft. Ich erkundige mich nochmal nach der Route und der Beschaffenheit der Straße. Der Mann den ich frage meint ich solle eine andere Route nehmen, meine währe viel Schotterpiste und sehr viel bergauf bergab. Er empfiehlt mir doch glatt nach Delsbo zu radeln, da ist am Wochenende noch ein Musikfestival. Naja, ich entscheide mich für die harte Tour, Schotterpiste. Zu meiner Überraschung lässt sich diese aber sehr gut fahren. Steigungen sind schon einige dabei, aber das bin ich ja jetzt gewohnt.
Unterwegs frage ich an einem Haus ob ich meinen Wasservorrat nachfüllen kann. Der Hauseigentümer bittet mich herein und bietet mir Kaffee und Plätzchen an. Nur den Hund scheint meine Anwesenheit zu irritieren, er bellt mich am Anfang immerfort an. Sicher rieche ich auch etwas verschwitzt!? Dies ist schon das Zweite Mal, dass ich in das Haus gebeten werde. Die Schweden sind sehr gastfreundlich und nett, allerdings habe ich das Gefühl ich muß sie immer ansprechen. Von selbst kommen sie nicht auf mich zu um z.B. mal zu fragen wo ich herkomme usw.
Die Landschaft ist bei weitem nicht mehr so Abwechslungsreich wie oben im Norden. Aber trotzdem macht das Radeln Spaß, auch bei der Hitze. Am Straßenrand stehen immer wieder Schilder auf denen auf sogenannte „Loppis“ hingewiesen wird.  Dies sind kleine Flohmärkte, auf denen die Anwohner all das anbieten was sie nicht mehr benötigen.
Am Abend mache ich nochmal an einer Tankstelle halt und frage nach dem nächsten Campingplatz. Die sehr junge Verkäuferin empfiehlt mir einen Platz in etwa 10 km Entfernung und ich mache mich auf den Weg dorthin. Es ist einer dieser typischen Rast und -Badeplätze, welche von den Gemeinden häufig sehr schön gestaltet sind. Hier mit Badesteg, Schutzhütte, 2 Feuerstellen. Alles was das Herz begehrt ist vorhanden.
Leider wird dies eine sehr laute und kurze Nacht. Auch die Jugendlichen aus der Umgebung scheinen diesen Platz sehr zu mögen, treffen sich dort und feiern bis früh um 4:00 Uhr. Was mich beeindruckt, es wird kein Alkohol getrunken. Toll!

4.07.2015 Straße der „Jungfräulichen Küste“

Von Hundiksval – Hamrångefjärden / Bergby
Nach der kurzen Nacht geht es schnellstens weiter. Wenn alles gut läuft, so habe ich mir vorgenommen, will ich heute Gävle erreichen. Es stellt sich aber schnell heraus, es ist ein sehr sportliches Ziel, Gegenwind lässt mich nicht so vorankommen wie ich es gern hätte.Der „Jungfrukustvägen“ ist die alte Küstenstraße. Diese wird nach dem Neubau der E6 weiterhin genutzt und ist auch als Radfernweg ausgeschildert. ( zumindest ab und an)Einige Kilometer bin ich auch schon auf dem wohl berühmtesten Radwegenetz Schwedens gefahren, dem “ Sverigeleden“.Nach einem kurzen Abstecher in das Zentrum von Söderhamn geht es auf besagte Straße die mich geradewegs nach Süden führt.Die Fahrt heute ist mit Abstand das Langweiligste was ich bisher hier gesehen und erlebt habe. Über 70 km endlose, fast immer gerade Straße bis zum Horizont, gesäumt von Bäumen. Nicht einmal ein Elch ist zu sehen. Habe übrigens vorgestern den ersten Elch auf der Straße gesehen, lebend!Das Solarpanel habe ich heute mal ausprobiert, hat alles ganz gut funktioniert.Bis Gävle habe ich es nicht mehr ganz geschafft. Ich gönne mir heute eine B&B Unterkunft und werde den Schlaf der letzten Nacht nachholen.
Kleiner Nachtrag: Habe heute den ersten Mc Donalds gesehen und es geschafft daran vorbei zu fahren!

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Mit dem Fahrrad vom Nordkap nach Gera

17.06.2015

Leider musste ich meinen ersten Radreiseblog wegen Schadsoftware löschen. Nach einigen Überlegungen habe ich mich nun doch entschlossen die Website wieder aufzubauen. So habe ich die Chance mich auf die schönsten und wichtigsten Dinge zu fokussieren und unnötigen Ballast an Daten auszusortieren.

Jetzt ist es soweit! Ich sitze im ADAC Bus von Jena nach Berlin, wo ich so gegen 23:00 Uhr ankommen werde. Das Problem mit dem Gepäck hatte mich heute immer noch fest im Griff. Hoffentlich wurde nichts Wichtiges vergessen? Irgendwas wird sicher fehlen. Heute Nacht wird im Zelt geschlafen und morgen Vormittag geht’s mit dem Radel zum Flughafen Tegel. 13:20 Uhr startet der Flieger nach Oslo.

Der Bus kam mit etwas Verspätung in Berlin an. Was mich verwunderte war, dass wir im Bus nur 2 Passagiere waren. Weiter ging es dann mit dem Rad zum Campingplatz am Flughafen Tegel. Im Dunkeln noch das Zelt aufgebaut. ( es geht nichts über eine gute Stirnlampe)
….Die Flüge verliefen alle planmässig und auch Ausrüstung und Gepäck sind ohne Verluste angekommen. Auf dem Zeltplatz in Hammerfest traf ich eine Gruppe aus Deutschland, die in einem mobilen Hotel unterwegs sind.
Heute morgen ging es sehr zeitig aus dem Schlafsack. Um 6:00 Uhr war die Abfahrt der MS Polarlys nach Honningsvag. Die Ankunft dort ist 12:00 Uhr. Von dort sind es noch ca. 30 km bis zum Nordkap.

Am Globus

Reise durch die Tundra 21.06.2015

Radeln in der Tundra

Am Freitag Nachmittag ging es noch mit dem Rad zum Nordkap. Es war eine sehr anstrengende Fahrt mit 1300 Höhenmeter.  Dafür aber ein wunderschönes Erlebnis. Oft werde ich von anderen Radfahrern oder Motorradfahrern angesprochen. Wo komme ich her, wie lange unterwegs, usw. Während der Vorbereitung wurde ich von vielen Freunden und Bekannten gefragt, ob ich diese Fahrt allein machen werde. Sie waren sehr erstaunt und skeptisch ob das denn auch funktioniert, so eine lange Strecke allein zu radeln. Nun, ich bin hier wirklich nicht allein. Als ich vom Nordkap zurück zum Campingplatz mal ein kleines Stück geschoben habe, hielt sofort ein Pickup und die Beifahrerin fragte ob ich denn Hilfe benötige. Super!
Gestern fuhr ich vom Norkapcamping bis nach Olderfjord. 105 km mit 652 Höhenmetern. Sehr kräfteraubend war die Fahrt durch den Norkaptunnel. 213 Meter unter dem Meer und 7 km lang. Die Landschaft verändert sich schon relativ schnell. Das Schöne am Radfahren ist auch, dass sich hinter jeder Kurve eine neue Perspektive der Landschaft bietet. Leider kann ich nicht an jeder schönen Stelle anhalten um zu fotografieren. In Olderfjord habe ich auf dem Campingplatz, direkt am Wasser übernachtet.Es ist Mittsommernachtund überall am Wasser sehe ich Lagerfeuer brennen. Am Morgen um 09:00 Uhr ging es weiter nach Alta. 99,2 km und 995 Höhenmeter. Anfangs an einem wunderschönen Fluss entlang, dann durch die Tundra, umgeben von teilweise schneebedeckten Bergen. Jetzt liege ich hier in meinem Zelt, der Regen prasselt aufs Dach und ich hoffe dass das Wetter morgen besser wird. Es geht weiter in Richtung Süden.Weitere Bilder folgen! Viele Grüße!

22.06.2015

Am Anfang eine kleine Fehlerkorrektur: Der Nordkaptunnel verläuft nur 213 m unter dem Meeresspiegel, nicht 2013. Scheint aber keiner gemerkt zu haben
Es hat fast die ganze Nacht geregnet. Zelt, Teile der Ausrüstung und einige Klamotten sind völlig durchnässt. Trotzdem geht es 9:15 Uhr vom Zeltplatz in Alta los, erstmal irgendwas zum Frühstücken ausfindig machen. Auf dem Zeltplatz gibt es kein Catering. In Alta finde ich einen Bäcker, perfekt! Kaffee, leckere Baguettes, Kuchen! Dann kehren hier auch zwei Mädels aus der Schweiz ein, die über Finnland mit dem Rad hier hoch gefahren sind. Also frühstücken wir zusammen und tauschen unsere Erfahrungen aus.
Die Geplante Route geht heute Richtung Kautokeino und soll entlang einer Nebenstraße, abseits der E6 führen. An einem Campingplatz am Ortsausgang von Alta erkundige ich mich nach der Strecke. Die freundliche Dame fragt mich auch gleich was ich für Reifen auf dem Rad habe. Die Strecke ist ihrer Meinung nach nur mit dem MTB zu befahren, mit dem Reiserad rät sie mir ab. Dadurch entgeht mir zwar der Anblick des eines der tiefsten Canyons in Europa, aber ich werde auch von der anderen Route nicht enttäuscht sein. Kautokeino liegt ca. 120 km südlich von Alta. Die E6 führt an einem Fluss entlang auf ein Hochplateau. Der Flusslauf begleitet mich ein ganzes Stück bergauf und bietet herrliche Aussichten. 683 Höhenmeter werden es heute Abend sein. Auf dem Weg nach oben fängt es an in Strömen zu regnen und auch Gewittergrollen setzt ein. Die Regenpants und Jacke sind übergezogen, lassen zwar kein Wasser rein, allerdings den Schweiß vom steilen Anstieg auch nicht raus. Egal wie, die Klamotten sind nass. Oben auf dem Plateau ist es kälter als unten und auch sehr windig. Ich habe Angst auszukühlen und muss mich weiter bewegen. Nach 63 km kommt ein Hostel und ich nehme mir kurzentschlossen ein Zimmer. Jetzt kann ich ordentlich Kalorien nachschieben. Hirschbraten, Salat, Kuchen und Kaffee! Alles lecker! Ich denke die Erholung heute Nachmittag wird mir ganz gut tun. Auch zwei riesengroße Wäschetrockner gibt es hier und so kann ich meine Klamotten und die Ausrüstung trocknen.
Trotz der Anstrengungen und des widrigen Wetters war es ein fantastischer Tag mit wunderschönen Bildern.
Gefahrene Höhenmeter bis heute: 3639 , verbrauchte Kalorien: 10.740

Finnland am 23.-24.06.2015

Gestern Abend bin ich bis 8 km vor die Finnische Grenze geradelt. Übernachtet habe ich im Zelt an einem schönen kleinen See.  Die  Landschaft ist momentan leider nicht mehr so abwechslungsreich wie weiter oben im Norden. Dafür wird die Infrastruktur etwas besser, so ist jetzt schon alle 50 km mal ein Imbiss, Souvenirgeschäft oder eine Tanke. Mineralwasser wie wir es in Deutschland kaufen gibt es hier nicht in den Supermärkten, ich habe jedenfalls keines gefunden. Ich lasse meine Flaschen immer auffüllen. Auch gibt es überall Samowars mit heißem Wasser und ich kann meine Thermoskanne mit Tee füllen, was bei diesen Temperaturen schon sehr gut ist. Die Menschen in Finnland erscheinen mir sehr freundlich und traditionsbewußt, oft mit landestypischer Kleidung. Gestern habe ich einen Radler aus der Nähe von Frankfurt getroffen, er ist über Dänemark und Schweden nach Norwegen gefahren und war 4 Wochen unterwegs. Das gibt mir Hoffnung, mein Vorhaben auch in dieser Zeit zu realisieren.
Das Fahren mit dem Radl wird im Moment zunehmend einfacher. So kann ich die Durschnittsgeschwindigkeit um gut 3 km/h erhöhen. Immerhin, möchte hier nochmal kurz erwähnen, dass ich ca. 135 Kilo durch die Landschaft bewege, also damit meine ich nicht mein Körpergewicht, sondern alles zusammen.
Heute Abend bin ich nach 9 Stunden Fahrt( reine Fahrzeit, ohne Pausen) auf einem sehr schönen Camingplatz in Schweden angekommen. Rajamaa heißt der Platz, Ort. Habe mir noch einen Hamburger 2 Cola und ein Bier gegönnt. Übernachtet wir in der Hütte, die Klamotten sind wieder mal alle nass. Es hatte gestern und auch heute teilweise ganz schön stark geregnet. Auch Cape und Regenpant helfen da nicht wirklich. Morgen geht die Fahrt weiter Richtung Südwesten, Schweden. Gesundheitlich geht es mir gut, Knie und Po machen keine Beschwerden. Es läuft!

Viele Grüße!

25.06.2015 – Richtung Süden von Muonjo nach Pajala

Die letzte Nacht habe ich auf einem Campingplatz 10 km südlich von Muonio in einer Hütte verbracht. Das war wieder mal nötig, die Klamotten allesamt nass und klamm.  Der Platz liegt auf einer kleinen Insel, die über eine Brücke erreichbar ist und ist wirklich traumhaft gelegen. Weiter geht es heute an der schwedisch-finnischen Grenze nach Pajala. Ich werde heute nicht auf der E8 weiterfahren, sondern eine Nebenstrecke, die Landstraße 99. Wie sollte es anders sein, früh am Morgen als ich losfahre regnet es. Nützt nichts, die Kilometer müssen geradelt werden, also geht es los. Die Route ist wirklich sehr einsam, alle halbe Stunde mal ein Auto. Die Autofahrer sind auch sehr rücksichtsvoll und fahren in einem großen Abstand an mir vorbei. Sonst Stille, Natur und wunderbare Ansichten bieten sich mir. Über weite Teile führt der Weg direkt neben einem Fluss entlang. 20km vor Pajala wird es dann nochmal richtig anstrengend, eine 5km lange stetig ansteigende Schotterpiste. Das macht echt keinen Spaß, ist kräftezehrend und ich fluche die ganze Zeit vor mich hin. Doch wie immer, wenn es bergauf geht, geht es auch wieder bergab und so gibt es noch eine schöne Schussfahrt nach Pajala. Dort angekommen erkundige ich mich nach einem Supermarkt, kaufe Essen und Trinken für den Abend und den nächsten Tag. ( habe mir 2 Tüten Gummibärchen geleistet) Das heimische Essen fehlt mir schon sehr. Nach 122 km, 524 Höhenmeter und 3185 verbrauchten Kalorien bin ich jetzt auf einem wunderschönen Zeltplatz, Pajala Camping, direkt am Fluss.

26.06.2015 von Pajala nach Mojärv, am Polarkreis und ein Italiener aus Schmölln

Polarkreis


Fahrt von Pajala nach Morjärv – 146 km, 701 Hm, 4024 Kalorien
Ich starte 9:00 Uhr auf dem Campingplatz in Pajala. Es fällt Regen vom Himmel, wie auch schon fast die ganze Nacht. Die Route geht heute entlang der 392 bis Tallvik und Overkalix, dann weiter ein Stück auf der E 10 bis Morjärv. Hier werde ich ab morgen wieder eine Landstraße nehmen, die 356 Richtung Boden. Den nördlichen Polarkreis habe ich heute ebenfalls passiert und das gibt mir das Gefühl, doch ein ganzes Stück nach Süden geradelt zu sein. Dem Wetter nach ist das ja eher nicht so. Der Wind kam heute fast immer aus Nord -Ost und somit hatte ich fleißige Unterstützung beim Radeln. Die Landschaft war, bis auf wenige Höhepunkte eher ein Einheitsbrei aus Wald, Wasser und Hügeln.
Habe heute einen Italiener auf einem coolen Rad getroffen. Sein Startpunkt war irgendwo am Gardasee. War total erschrocken als ich sah, dass er kurze Radlershorts trägt. Er meinte aber es ist ihm nicht zu kalt.

27.06.2015 Morjärv – Boden

27.06.2015
Am Vorabend hatte ich einige meiner Sachen im Folkehus zum Trocknen aufgehängt, war ja am Abend alles offen. Als ich nun früh meine Klamotten holen will ist die Tür verschlossen, Regenjacke und andere wichtige Sachen sind ja da drin. Schreck, hoffentlich kommt da bald jemand!
Also erstmal Zelt abgebaut, Klamotten zusammengepackt zund etwas gefrühstückt. Und da kommt auch schon ein älterer Herr mit Jeep und Hänger angefahren. Er hat einen Schlüssel, wunderbar, ich komme an meine Sachen. Gegen 9:30 geht es los, Richtung Boden. Ich erinnere mich am Vorabend an der Ortseinfahrt einen Coop gesehen zu haben. Also schnell noch dort hin und Proviant besorgt. Es sind leckere Donuts vom Vortag im Angebot, ich nehme 5 Stück und futtere die gleich auf.
Ziel ist heute mindestens Boden zu erreichen, es liegt etwas nordwestlich von Lulea und ich werde von dort aus weiter Richtung Süd-Westen fahren. Es geht vor allem darum große Hauptstraßen, wie z.B. Europastraßen zu vermeiden.
Ich hatte heute das Vergnügen ca. 20 km auf so einer Straße zu fahren, nie wieder! Ich hatte allerdings keine Wahl, ich hätte sonst über 30 km zurückfahren müssen. Und das auch nur weil ich von der geplanten Strecke abgewichen bin, ohne genau auf die Karte zu schauen. Fehler die meinen Zeitplan schon ins Wanken bringen können. Es geht nicht nur darum km zu fahren, sondern eben auch schnell und sicher ans Ziel zu kommen.
Das Wetter war heute fantastisch, zeitweise günstiger Wind, Sonnenschein, ich spüre es wird endlich wärmer. Gegen 18:00 Uhr erreiche ich die erste große Stadt, Boden. Hier gibt es alles was das Herz begehrt, Restaurants, Tennisplatz, Golfresort, Spaßbad und einen schönen Campingplatz. Heute Abend werde ich noch meine Taschen den Bedingungen anpassen und etwas umpacken. Die sommerlichen Sachen nach oben, die Daunenklamotten ganz nach unten. Evtl. werde ich morgen mal mein Solarpanel in Betrieb nehmen. Auch mein Rad mußte ich heute einer kleinen Inspektion unterziehen. Es hatte an einigen Stellen nur noch gequietscht. Etwas Öl an der richtigen Stelle wirkt hier Wunder und alles läuft wieder „wie geschmiert!“
Die Landschaft hat sich auch schon wieder verändert. Habe heute die ersten Felder und Äcker und Viehweiden gesehen. Einzelne, in der Landschaft verstreute kleine Holzhäuser und kleine Höfe. Nur Menschen bekomme ich sehr wenige auf dem Land zu sehen.

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